Fotografie von Helen Grossmann

Gedanken zu meiner fotografischen Arbeit

Bäume

Schon seit vielen Jahren begleitet mich meine Kamera oft im Alltag und auf ausgedehnten Spaziergängen. Eine spezielle Begeisterung habe ich für Bäume entwickelt, vor allem wenn im Herbst und Winter ihre Struktur sichtbar wird. Der Blick nach oben bietet jedes Mal von neuem faszinierende Perspektiven. Durch das Zusammenspiel mit dem Licht und dahinterliegenden Wolken wird der mit der Kamera festgehaltene Ausschnitt zum abstrakten Muster, zur dynamischen Struktur, zu einem feinen Netzwerk, zu Rhythmus und Streuung, dreidimensional, geschichtet oder auch zur reinen Form, deren Positiv und Negativ durch den hohen Helldunkelkontrast ins lebendige Wechselspiel kommen und so eine Eigendynamik entstehen lassen, bei der man bald nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, was man sieht.

Die Lebendigkeit der gewachsenen Formen hat zuweilen auch einen anthropomorphen und daher auch expressiven Charakter. Wie Gruppen von Figuren recken sich dann die Äste gegen den Himmel, ganz im Einklang mit ihren nachbarlichen Ästen und in ständiger Interaktion mit ihnen.

 

Dezember 2010 -> zu den Arbeiten