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«O.T.», Acryl auf Baumwolle, 80 x 60 cm, 2016265

Jubiläumsausstellung des Kulturzentrums Villa Sträuli, Winterthur, Frühsommer 2016, mit dem Thema «Kerzen und Seifen»

Da ich mich bei meiner Arbeit seit einiger Zeit hauptsächlich mit der natürlichen Umgebung beschäftige, zögerte ich zuerst, mich auf das vorgegebene Thema Seifen/Kerzen einzulassen. Aber dann realisierte ich, dass es bei meiner Arbeit ja immer v.a. auch stark um die abstrakte Qualität des Gesehenen, vage Erinnerten oder Erfundenen geht – wie z.B. um Muster, Rhythmus, Chaos/Ordnung, Farbigkeit und Hell-Dunkel-Kontraste. Oft wird dabei mit der Grenze zwischen Figuration und Abstraktion gespielt, so dass beim Betrachter eine gewisse Ambivalenz bleibt über das „Dargestellte“. Aufgrund der Einsicht, dass sich diese Art des Betrachtens und Interpretierens auch auf andere Themen anwenden lässt, entschied ich mich, die Herausforderung anzunehmen und das Thema Kerze als Lichtquelle in ähnlicher Weise anzugehen.

In diesen Arbeiten werden Kerzenlichter auf zwei unterschiedliche Arten interpretiert. Die eine Art zeigt sich als Muster, bei welchem die Grenze zwischen Chaos und Ordnung ausgelotet wird. Inspiriert wurden diese Bilder von Kerzenständern in katholischen Kirchen und an anderen Orten der Besinnung und Feierlichkeit. Die zweite Art von Arbeiten ist inspiriert von traditionellen Kontexten, in welchen Kerzen verwendet wurden bzw. immer noch werden, wie z.B. bei Kronleuchtern und Geburtstagskuchen - mit einer kreisförmigen Anordnung der Kerzen.